Was ist Wing Chun?

Geschichtlich betrachtet ist Wing Chun ist einer der vielen chinesischen Kung Fu-Stile, die sich in China entwickelten. Wing Chun besitzt eine eigenständige Tradition und ist eine der  effektivsten Kampfkünste für die Selbstverteidigung.

Nach einer alten Legende wurde Wing Chun von einer buddhistischen Nonne gegen die damals bekannten Kung Fu-Stile entwickelt. Bei der Beobachtung eines Kampfes zwischen einem Kranich und einem Fuchs soll ihr die Erkenntnis für ihre neuen Kampfmethode gekommen sein, die sie so effektiv machte. Dieser neue Kung Fu-Stil wurde nach der ersten Schülerin dieser Nonne benannt und erhielt den Namen „Wing Chun“, was „Schöner Frühling“ oder "Ewiger Frühling" bedeutet.

Wing Chun ist ein sehr einzigartiger, einfach strukturierter Kung Fu-Stil, dessen Spezialisierung in dem Nahkampf auf engstem liegt, in dem der Kontakt zu einem Gegner auf engstem Raum benutzt wird, um sich die Kraft und die Bewegung eines Gegners zunutze zu machen.

 Die sog. "Klebenden Hände" - auch "Chi Sao" genannt - ist die vornehmliche Trainingsmethode, mit der man diese Fähigkeit und die dazu gehörigen Reflexe entwickelt.

"Chi Sao" lehrt, einen taktil-reagierenden Reflex auf die Bewegung des Gegners zu entwickeln. Dies ermöglicht, die Stärke des Gegners zu seinem Vorteil zu nutzen und durch das Umlenken einer Bewegung die Kraft des Gegners zu überwinden.

Die Effektivität von Wing Chun wird erreicht durch gut koordinierte Angriffe mit gleichzeitiger Verteidigung und durch das Wissen um die korrekte Anwendung von Kraft, während man flexibel und entspannt bleibt.

 Die Prinzipien, Theorien und Techniken des Wing Chun sind gegründet auf die Prinzipien in den drei Handformen und den Techniken der sog. Holzpuppe.

 Das Training beginnt mit der "Siu Lim Tau" (die kleine Idee), "Chum Kiu" (eine Brücke suchender Arm) und "Biu Gee" (Stechende Finger). Dann erlernt der ernsthafte Student die "Muk Yan Jong" (die Holzpuppe oder "Wooden Dummy").

Neben den Handformen werden anschließend die beiden Waffenformen des Ip Man Wing Chun unterrichtet, die in unserem Standard eine Trainingshilfe darstellen, um die "innere Energie" und das "Ging", also die "wesentlichen Kraft" zu entwickeln, die wiederum die Qualität der waffenlosen Techniken wesentlich verbessert.

Die beiden Waffenformen sind Luk Dim Boom Kwun (sechseinhalb-Punkt-Stab) und zuletzt die "Bart Cham Dao" (die "Acht Wege der Messer").

 

 

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